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Vorhautverengung (Phimose) Die Verengung der Vorhaut beim Jungen ist ein häufiges Kinderchirurgisches Krankheitsbild. Normalerweise löst sich die Vorhaut (Präputium) von der Eichel (Glans) komplett ab. Dieser Vorgang sollte bis zum Schulalter abgeschlossen sein. Mitunter ist die Vorhaut auch danach nicht komplett über die Eichel zurückstreifbar. Dann spricht man von einer Vorhautverengung (Phimose). Diese kann zu Sekretansammlungen unter der Vorhaut mit der Gefahr einer Entzündung führen. Zeichen hierfür sind Rötung und Schwellung im Bereich der Vorhaut, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, Trübes Sekret an der Penisspitze.
Wiederkehrende Entzündungen der Vorhaut und/oder der Eichel (Balanitis) können im Einzelfall auch schon vor dem Schulalter eine Operation nötig machen. Durch wiederkehrende Entzündungen besteht die Gefahr der Narbenbildung im Bereich der Vorhaut mit daraus resultierender zunehmender Vorhautverengung.
In diesen Fällen ist eine ambulante Operation indiziert. Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten der Operation:
1. die komplette Beschneidung (Circumcision), die Vorhaut wird komplett entfernt, nach der Operation liegt die Eichel frei und wird nicht von Vorhaut bedeckt.
2. die sparsame so genannte Vorhautplastik, nur der enge Teil der Vorhaut wird entfernt, nach der Operation ist die Eichel von einem ausreichend weiten Vorhautrest bedeckt.
Leistenbruch (Leistenhernie) Der Leistenbruch beim Kind ist ein häufiges Kinderchirurgisches Krankheitsbild. Er betrifft Jungen häufiger als Mädchen. Der Leistenbruch beim Kind entspricht einer angeborenen Fehlbildung und ist nicht vergleichbar mit dem Leistenbruch des Erwachsenen. Es besteht eine Verbindung zwischen Bauchraum und Hodensack (Skrotum) beim Jungen oder den Schamlippen beim Mädchen. Diese Verbindung wird Leistenkanal genannt. Beim Jungen wandert der Hoden, der unterhalb der Nieren entsteht, mit seinen Samenstranggebilden durch den Leistenkanal in den Hodensack. Zum Zeitpunkt der Geburt sollten beide Hoden im Hodensack liegen. Ist der Hoden durch den Kanal gewandert, verschließt sich der Kanal normalerweise. Bleibt dieser Verschluss aus, kann sich ein mit Bauchfell ausgekleideter Sack in den Leistenkanal vorwölben. Dieser Sack kann beim Jungen Darmanteile enthalten. Man hat auch schon einen Blinddarm als Inhalt gefunden.
Beim Mädchen zieht durch diesen Kanal das so genannte Mutterband, ein Aufhängungsband der Gebärmutter. Beim Mädchen findet man Darmanteile oder Anteile der Eierstöcke im Bruchsack. Die Gefahr besteht in der Einklemmung von Bruchsackinhalten. Meistens fällt der Leistenbruch durch eine beobachtete Schwellung in der Leiste auf, die wechselnde Größe zeigt. Sie kann kommen und gehen. Schmerzen bereitet der Leistenbruch selten, es sei denn es kommt zu einer Einklemmung der Bruchsackinhalte. Die ambulante Operation des Leistenbruchs beinhaltet die Eröffnung des Leistenkanals mit Darstellung des Bruchsackes. Der Bruchsack wird inspiziert und sicher verschlossen.
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Wasserbruch (Hydrozele) Die Entstehung ist die gleiche wie bei dem oben erwähnten Leistenbruch. Es verbleibt meist ein äußerst feiner Verbindungsgang zwischen Bauchhöhle und Hodensack. Da sich im Bauchraum immer etwas Flüssigkeit befindet, kann diese entlang des feinen Kanals hin zum tiefsten Punkt fließen. Sie sammelt sich in den so genannten Hodenhüllen. Es entsteht ein Wasserbruch. Das Wasser kann sich im Bereich der Samenstranggebilde sammeln (Hydrozele funikuli) oder bis in den Hodensack hinunterfließen (Hydrozele testis). Das Wasser um die Hoden herum führt zu einer Temperaturerhöhung im Hodensack (Thermoskanneneffekt).
Dies hat einen negativen Einfluss auf die Samenzellreifung. Ziel der ambulanten Operation des Wasserbruchs ist die Unterbindung der Verbindung von Bauchraum und Hodensack sowie die Entlastung des angesammelten Wassers.
Hodenhochstand Normalerweise befinden sich die Hoden zum Zeitpunkt der Geburt im Hodensack. Ist dies nicht der Fall, spricht man vom Hodenhochstand. Bis zum zweiten Geburtstag sollten die Hoden im Hodensack sein. Ist dies nicht der Fall, so sollte man tätig werden. Der Hoden befindet sich im Hodensack, da es hier deutlich kühler ist, als im Inneren des Körpers. Dieser Temperaturunterschied ist wichtig für die Samenzellreifung. Befindet sich der Hoden nicht im Skrotum, besteht die Gefahr der Reifungsstörung der Samenzellen mit drohender Infertilität. Zwei Sondersituationen beschreiben die Position der Hoden:
Pendelhoden: Der Hoden pendelt zwischen einer Lage im Leistenkanal und einer Lage im Hodensack. Die Samenstranggebilde sind hierbei ausreichend lang. Wichtig hierbei ist, dass der Hoden längere Zeit im Hodensack verweilt und nur selten in die Leiste rutscht (Beobachtung durch die Eltern). Diese Situation hat nur dann Krankheitswert, wenn es sich um große Jungen handelt, bei denen der Hoden über einen längeren Zeitraum öfter eine Lage im Leistenkanal aufweist.
Gleithoden: Der Hoden lässt sich in den Hodensack bewegen, verbleibt dort aber nicht. Er gleitet sofort wieder in eine höhere Lage (Leiste, Eingang des Hodensackes). Die Samenstranggebilde sind wahrscheinlich zu kurz, oder ein angeborener, bislang unbeobachteter Leistenbruch hindert den Hoden am Abstieg. Die Situation sollte durch eine ambulante operative Hodenverlagerung bereinigt werden.
Es bestehen mehrere Möglichkeiten, den Abstieg der Hoden zu beeinflussen:
1. Hormontherapie (Nasenspray oder Spritzen). Diese übernimmt der Kinderarzt. Die verabreichten Hormone stimulieren das Hodenwachstum und die Tendenz des Hodens, in den Hodensack zu wandern. Diese Therapie wirkt altersabhängig. Bei kleinen Kindern wirkt sie besser, als bei großen Kindern. Sollte sie nicht zum Erfolg führen ist die ambulante operative Verlagerung der Hoden angezeigt.
2. Ambulante operative Hodenverlagerung. Hierbei wird der Hoden von der Leiste aus mobilisiert und in den Hodensack verlagert. Er wird dort zusätzlich mit Nähten fixiert, so dass er nicht mehr nach oben wandern kann. Mitunter besteht ein kleiner Leistenbruch (siehe Leistenbruch), der den Hoden am Abstieg hindert. Dieser wird im Rahmen dieser Operation mitversorgt.
Es folgen in Kürze Beschreibungen folgender Krankheitsbilder:
· Verklebung der kleinen Schamlippen (Labiensynechie)
· Ganglion,
· Halsfistel,
· Steißbeinfistel,
· Kurzes Zungenbändchen
· Leberfleck
· Warzen
· Eingewachsener Zehnagel
· Metallentfernung nach operativer Frakturversorgung
· Tumore
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